Tolle Nachricht für alle Freizeit-Kicker: Mitten in Winnenden entsteht bald ein kleines Fußballfeld mit Kunstrasen, Toren, Banden und Fangnetzen – neudeutsch Soccer Court genannt. Die Idee besteht schon länger, nur hatte sich bislang kein geeigneter Platz dafür gefunden. Jetzt machen die Verantwortlichen aus der Not eine Tugend: Sie errichten den Fußball-Käfig auf dem Kronenplatz. Dort, wo eigentlich längst ein neues Wohn- und Geschäftshaus stehen sollte und aktuell Baugeräte und -material lagern. Drei Winnender Stiftungen finanzieren den Pop-up-Spaß.

15.000 Euro gibt die Hinger-Stiftung, 10.000 Euro steuert die Bürgerstiftung bei, 5000 Euro fließen von der Karl-Krämer-Stiftung an die Stadt. Deren Ausgaben liegen für die 30.000 Euro teure Anlage also bei null Euro. Nur ein Unterstand und Sitzgelegenheiten zum Umziehen und Verschnaufen (Kostenpunkt: 15.000 Euro) sind noch nicht gegenfinanziert. Bürgermeister Jürgen Haas sagt beim Vorort-Termin, Spenden dafür seien sehr willkommen. Für die Beiträge der Stiftungen sei die Stadtverwaltung sehr dankbar, so Thomas Pfeifer, Leiter des Amts für Jugend und Familien.

Pop-up-Feld wird noch vor den Sommerferien aufgebaut

Noch vor den Sommerferien, die Ende Juli beginnen, soll das sieben auf zehn Meter große Kleinspielfeld aufgebaut werden. Es passe optimal auf den Schotterbereich an der Bahnhofstraße neben der Kastenschule, heißt es in einer Pressemitteilung aus dem Rathaus. Der Soccer Court wird öffentlich zugänglich sein. Thomas Pfeifer sagt: „Das ist sinnvoll für Kinder, die hier kicken wollen. Wir schauen dann mal, ob wir es doch irgendwie regulieren müssen.“ Hier zeigt sich ein weiterer Vorteil des Standorts neben der zentralen Lage mitten in der Stadt: Das Hauptquartier der mobilen Jugendarbeit (genannt: MOBS) befindet sich nur wenige Schritte entfernt. Die Sozialarbeiter dort werden gewiss ein Auge auf das Fußballfeld haben.

Jürgen Haas erzählt, der Wunsch nach einem solchen Angebot stamme von den Jugendlichen in der Stadt selbst. Mit den Problemen auf dem Adlerplatz durch pöbelnde Halbstarke und viel Müll im vergangenen Jahr sei von der anderen Seite her der Druck gestiegen, adäquate Treffpunkte für junge Menschen in Winnenden zu schaffen. Beim Soccer Court könnten Jugendliche sich begegnen, entfalten, ihre Freizeit aktiv gestalten. Darüber freut sich auch Jugendgemeinderat Merdan Cakir: Es gebe kaum Orte für Jugendliche in der Stadt, sagt er, und zum Kicken wichen manche bisher nach Leutenbach aus.

Wenn Kreisbau und Schatz loslegen, müssen Kicker weichen

Einen Standort für das Kleinspielfeld zu finden, ist laut Bürgermeister Haas gar nicht so einfach gewesen. Mal war eine favorisierte Fläche zu abschüssig, mal baurechtlich nicht geeignet. Die Schotterfläche am Kronenplatz, auf der zuletzt Autos parkten, ehe sie zum Baustellen-Lager wurde, ist freilich kein Standort für immer. Denn: Auch wenn sich das Bauprojekt mehrfach verzögert hat, so gibt es noch immer den Plan, hier ein Wohn- und Geschäftshaus zu errichten. Die Kreisbaugesellschaft Rems-Murr und die Schorndorfer Schatz-Gruppe hatten vor circa einem halben Jahr angekündigt, im Herbst 2026 loszulegen. Arg viel länger dürfen sie auch gar nicht warten, den vertraglich ist ihnen eine Frist gesetzt: der 31. Dezember 2026. Ist bis dahin keine Baustelle eingerichtet, fällt das Grundstück zurück an die Stadt. Wobei diese Frist schon mehrfach verlängert wurde.